Ein persönlicher Rückblick

Contao Camp 2019 in München

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Benedict Zinke

Am vergangenen Wochenende trafen sich im Tagungszentrum der Münchener Aids-Hilfe rund 70 Contao-Enthusiasten verschiedener Professionen zum Contao Camp. Wir sind seit fünf Jahren selbst Teil dieser Gemeinschaft und begeisterte Teilnehmer. Wie das Camp abläuft und was aus meiner Sicht noch fehlt…

Überblick über München mit Frauenkirche im Vordergrund
Photo: Philipp Bachhuber unsplash.com

Im Gegensatz zur ebenfalls jährlich stattfindenden Contao Konferenz folgt das Camp in Form eines Barcamps einem anderen Schema: Statt den ganzen Tag aus vorgegebenen Vorträgen zu wählen, gestalten die Anwesenden ihr Programm in einzelnen Sessions selbst.

Zu Beginn eines Camptages kann jeder Themen einbringen, zu denen er/sie a) selbst etwas zu erzählen hat oder b) gerne etwas hören würde. Interessieren sich die Anwesenden für das Thema bzw. kann jemand dem Vorschlagenden weiterhelfen, werden Raum und Uhrzeit zugewiesen und schon steht ein weiterer Programmpunkt. Auch das Sessionformat ist nicht festgelegt: Es können Vorträge sein oder Diskussionsrunden, die Session kann Workshopcharakter annehmen oder Fragestunde sein. So sind alle Sessions unterschiedlich – mit Ausnahme des alljährlich angefragten „Isotope eCommerce für Einsteiger“ …

Themen aus allen Winkeln des Contao-Kosmos

Die Themen sind vielfältig, auch wenn das Camp im Mittel etwas entwicklerlastiger ist als andere Contao Veranstaltungen. Eine kleine Auswahl der diskutierten und präsentierten Themen:

  • Wie lässt sich die Bekanntheit von Contao weiter fördern? Stichwort Marketing und Nachwuchsförderung
  • Was bringt MetaModels 3.0?
  • Die hoffentlich zur Konferenz erscheinende neue Contao Dokumentation für Anwender und Entwickler 😍
  • Diverse Möglichkeiten, den Entwicklungsworkflow zu verbessern, beschleunigen, vereinfachen
  • Wie kann sich die Contao Konferenz weiterentwickeln und was ist eigentlich die Contao Association?
  • Wie können im Web für Kinder- und Jugendliche ungeeignete Inhalte gekennzeichnet werden? (PDF zur age-de.xml bei der USK)

Das Charmante am Camp aus meiner Sicht ist aber auch die Zeit zwischen den Sessions. Gerade tauschte man sich noch im Gespräch aus, schon schnappt man sich den Rechner um am lebenden Objekt Fragen zu klären, Erweiterungen zu zeigen oder den Workflow zu optimieren. Die Offenheit und Hilfsbereitschaft ist enorm.

Bei aller Begeisterung für das Camp hatte sich in den letzten Jahren auf der Heimfahrt aber immer das gleiche Gefühl eingestellt: Während des Camps lassen sich wunderbar Gedanken austauschen, neue Ideen generieren und in noch unbekannte Themen reinschauen. Um diese Masse an Input aber dann in neue Features, neue Erweiterungen oder verbesserte Arbeitsabläufe umzuwandeln, reicht die Zeit nicht aus. So hatte ich das Gefühl, dass viele im Anschluss wieder ihres Weges gehen – und manche Ideen nichts weiter als eben das bleiben.

Hands-on beim Contao Hackathon?

Ich habe dieses Jahr aus diesem Grunde auch eine Session eingebracht, um ein neues Contao Event vorzuschlagen: den Contao Hackathon. Ein Event, das dazu dienen soll, Ideen auch zu realisieren – sei es nun eine neue Funktion für das Contao Backend oder neues Werbematerial. Dabei ist die Idee natürlich nicht originell: Beim Camp 2018 gab es am Abend des ersten Tages bereits einen kurzen Hackathon, der meine Begeisterung dafür erst entfacht hat. Beim diesjährigen Camp gab es diesen Hackathon auch, er überlappte zeitlich aber unglücklicherweise mit der Generalversammlung der Contao Association, sodass er de facto für viele Teilnehmer ausfiel.

So oder so bietet ein Hackathon genug Potenzial, um damit mehr als nur zwei bis drei Abendstunden zu füllen. Wir können vieles erreichen, wenn nur ein Tag oder zwei Tage konzentriert in kleinen Teams an einer Sache gearbeitet wird. Die vielen Sessionteilnehmer und die regen Diskussionen haben mir zurückgegeben, dass ich nicht alleine so denke. Jetzt kommt es – wie so oft – auf die Umsetzung an.

Es gibt genug Raum für Initiative

Mich hat das Interesse an dieser Session auf jeden Fall motiviert, mich weiterhin in der Contao Community zu engagieren. Ich kann jedem, der in irgendeiner Open Source Community unterwegs ist, nur nahelegen dies auch zu tun. Wenn du Contao Anwender, Entwickler oder Theme-Designer bist: die nächste Gelegenheit ist die Contao Konferenz in Duisburg am 10. und 11. Oktober 2019.

Der Münchener Contao-Stammtisch hat mit viel Engagement eine runde Veranstaltung und ein erkenntnisreiches Wochenende organisiert: Vielen Dank Hella, Andreas und Joachim!
Wer noch mehr über das Camp und die Contao Community erfahren möchte, kann sich den Rückblick auf contao.org anschauen. Dort gibt es auch eine stichpunktartige Zusammenfassung aller Sessions 👍